Gedichtinterpretation: gibt es einen guten Plan?

Für Millionen von Schülern ist Lyrik ein Horrorthema. Den strengen formalen Aspekten steht ein meist diffuser Inhalt gegenüber, was die Gedichtinterpretation zum schwierigen Projekt macht. Mit einer guten Anleitung lässt sich aber jedes Werk Schritt für Schritt verstehen und analysieren. Wer der nächsten Klausur ohne Angst begegnen will, findet bei amazon.de zum Beispiel hilfreiche Literatur. Abiturienten profitieren vom Duden „Abiwissen Deutsch“, für die Sekundarstufe reicht das preiswerte Reclam-Heft von Hans-Dieter Gelfert. Tipp: Der Autor ist Germanistik-Professor und liefert auf seiner Webseite literatur-wissen.de auch einen Schnell-Fahrplan zur Gedichtanalyse.

Auch wenn der Leser zunächst nur Bahnhof versteht – die Arbeitsschritte für eine Gedichtinterpretation sind klar gegliedert und helfen dadurch, auch schwierige Texte zu „knacken“. Phase 1: Das Gedicht so lange (laut) lesen, bis der Wortlaut verstanden ist. Im Zweifel Wörterbücher befragen. Phase 2: Die äußere und innere Struktur analysieren, sprachliche Ausdrucksmittel kennzeichnen. Phase 3: Die Botschaft des Gedichts benennen – vor dem Hintergrund der Persönlichkeit des Autors und der Umstände seiner Entstehung. Phase 4: Form und Inhalt zusammenfassen und bewerten.

Ganz ohne literarisches Know-how geht das nicht. Denn bei der Gedichtinterpretation spielen auch formale Aspekte eine Rolle: vom Metrum über Vers- und Strophenbau bis zum Reimschema und den verwendeten rhetorischen Figuren. Bevor man sich ans Werk macht, sollte man sich also mit diesen Grundbegriffen der Lyrik beschäftigen. Hinzu kommen klassische sprachliche Mittel wie Metaphern, Anaphern oder Alliterationen, die in Gedichten besonders häufig vorkommen. Einen Überblick liefert etwa deutschstunden.de.

Tags: , , , , ,

  • Digg
  • Del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Twitter

Leave a Reply